Unsere Wölflinge haben vergangenes Wochenende eine abenteuerreiche Reise ins Dschungelbuch gewagt. Wie so ein wildes Lager sein kann und was ein Wölfling eigentlich so erlebt, könnt ihr hier in einem liebevollen Bericht nachlesen.

„Kommt her und hört gut zu, ihr Wölfe!“, ruft Balu, der Bär. Genauer gesagt ist das Andi, einer unser neuen Meutenführer…

…in Verkleidung. Die Kinder durchschauen das natürlich sofort, aber es hilft uns, die Spielgeschichte einzuleiten, denn die beiden Meuten des Stammes LEO beginnen an diesem Freitagnachmittag unser Stammes-Wölflings-Wochenende vom 8.-10. Februar unter dem Thema „Dschungelbuch“. Bis Sonntag steht ihnen im Schullandheim in Dreiskau-Muckern und darum herum, ein Wochenende voller Abenteuer, Spiele, Schatzsuchen und einer besonderen Überraschung bevor.

„Ich habe für euch einen Schatz versteckt. Nur wenn ihr zusammenarbeitet und eure Fähigkeiten unter Beweis stellt, könnt ihr die einzelnen Teile der Schatzkarte erlangen, die euch zum Versteck führen!“, sagt Balu weiter. Schnell teilen sich die 29 Wölflinge in vier Gruppen auf und los geht die wilde Jagd. Da werden Lieder gesungen, Wilde Wasser überquert, blind durch einen dunklen Wald geleitet und vorsichtig das Feuer transportiert. Am Ende ist es schon dunkel geworden, aber alle Kartenteile sind beisammen, das Versteck ist schnell gefunden und sein Schatz geplündert. Danach geht es zum Essen.

Diese Spiele haben den Sinn, das Gemeinschaftsgefühl, motorische und soziale Fähigkeiten zu trainieren und dabei eine Menge Spaß zu haben. So wie Mowgli in Rudyard Kiplings Dschungelbüchern lernt, in der Gemeinschaft des Wolfsrudels, in die er aufgenommen wurde, zurechtzukommen und seinen Beitrag zu leisten, lernen die Wölflinge spielerisch den Umgang mit sich selbst, der Gruppe und Konflikten. Gibt es etwas wichtiges zu besprechen, treffen sich die Wölflinge zum „Ratsfelsen“.  Hier haben sie den Rahmen, einen Konflikt gemeinsam zu besprechen und einen Kompromiss zu finden. Jede*r wird angehört und keine*r wird überstimmt, denn schon im Alter der Wölflinge (von 6-11 Jahre) ist es wichtig, demokratische Methoden zu vermitteln, damit diese im späteren Leben als Pfadfinder*in verinnerlicht sind.

Auch an diesem Wochenende haben wir wichtiges am Ratsfelsen zu besprechen, denn die Meute „Schweinebande“ will ihren Namen ändern. Sie entscheiden sich nach einem eingehenden Prozess der Abwägung für den neuen Namen „Graugnome“. Den alten Namen trug die Meute schon seit etlichen Jahren, und wurde noch von Wölflingen gewählt, die inzwischen viel älter sind und schon selber Gruppen leiten. Die neue Meute existiert erst seit wenigen Monaten und hatte bisher noch keinen Namen. Sie haben sich an diesem Wochenende für den Namen „Baghira“ entschieden, den schwarzen Panther aus dem Dschungelbuch.

Am Samstagabend steht unseren Wölflingen nun eine besondere Feierstunde bevor. Beide Meuten nehmen neue Mitglieder auf und verleihen ihnen das gelbe Wölflingshalstuch. In der Regel läuft ein Wölfling, bevor er*sie in die Meute aufgenommen wird, erst einige Zeit mit der Gruppe mit, um ihm*ihr Zeit zu geben, sich an die Regeln, Rituale und Gepflogenheiten zu gewöhnen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Erst nach einer gewissen Zeit kann er*sie guten Gewissens vor der Gruppe das Wölflingsversprechen ablegen: „Ich will ein guter Freund sein und unsere Regeln achten.“ An diesem Abend gehen wir also gemeinsam zum Störmthaler See hinunter. Fast angekommen erwartet uns eine Lichterspur: einzeln oder zu zweit gehen die Wölflinge durch ein kleines Waldstück und folgen den kleinen Kerzenlichtern bis zum Ufer. An manchen Laternen sind Zettel angebracht mit kleinen Sprüchen zum Nachdenken, oder Erinnerungen an die Wölflingsregeln: „Ein Wölfling hilft wo er kann“ und „Ein Wölfling nimmt Rücksicht auf andere“. Am Ufer warten schon einige ältere Stammesmitglieder an einem Lagerfeuer. Nachdem es alle die Lichterspur entlang durch den Wald geschafft haben, beginnt unsere Halstuchverleihung. In der Meute „Graugnome“ nehmen die älteren Wölflinge feierlich das Versprechen ab, in der neuen Meute „Baghira“ wird das von uns Meutenführern übernommen. Am Ende sind alle müde von den Spielen des Tages, doch glücklich über ihre neuen Halstücher oder die insgesamt 16 neuen Mitglieder in beiden Meuten. Wir singen im Anschluss noch gemeinsam den Wolfskanon und gehen zurück zur Herberge.

Am nächsten Morgen wird das Frühstück spontan um eine Stunde nach hinten verschoben, weil alle (Kinder und Erwachsene) ein wenig durch den Wind sind von den Anstrengungen des gestrigen Tages. Haben wir vielleicht ein wenig übertrieben und uns und den Kindern zu viel zugemutet? Für viele ist es schließlich der erste Wochenend-Ausflug ohne die eigenen Eltern und mit der Meute. Die spätere Reflexionsrunde zeigt aber, bis auf kleinere Streitereien untereinander und Heimweh hat es allen Wölflingen sehr gut gefallen und wir schauen Vorraus auf ein wunderbares und abenteuerreiches Wölflingsjahr!

Denn wir freuen uns schon alle auf das nächste große Abenteuer am Horizont: das Landes-Wölflings-Wochenende im Mai, wo wir nicht nur der jeweils anderen Meute begegnen, sondern Wölflingen aus dem gesamten Landesverband. In diesem Sinne: Gut Jagd!

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